Suchmaschinenforschung im Kontext einer zukünftigen Webwissenschaft

Lewandowski, Dirk: Suchmaschinenforschung im Kontext einer zukünftigen Webwissenschaft. In: Scherfer, Konrad (Hrsg.): Webwissenschaft – Eine Einführung. Münster: LIT, 2008, S. 268-282.

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Einleitung

Die Diskussion um eine eigenständige Webwissenschaft wurde vor allem durch einen Beitrag von Tim Berners-Lee und Kollegen (Berners-Lee et al. 2006a); ausführlicher in Berners-Lee et al. (2006b) angestoßen. Ziel dieses Beitrags ist die Darstellung der Themenfelder der Suchmaschinenforschung und ihrer Einordnung in den Kontext einer umfassenderen Webwissenschaft.
Suchmaschinen beziehen ihre Bedeutung aus der Tatsache, dass sie bei der Suche im Web nicht nur das bevorzugte Werkzeug darstellen, sondern sich ihre Stellung mittlerweile so weit ausgebaut hat, dass sie nahezu das einzige vom Nutzer verwendete Werkzeug zur Suche im Netz darstellen. Die Suche selbst bezieht ihre Bedeutung durch die Selbstverständlichkeit, die sie mittlerweile erlangt hat. Man kann sagen: Wer im Netz ist, der sucht auch. So ist es nicht verwunderlich, dass die Suche nach dem Schreiben von E-Mails der meistgenutzte Dienst im Web ist (Van Eimeren and Frees 2007). Aus diesen Gründen muss die Frage geklärt werden, ob Suchmaschinen hinsichtlich Technik und Benutzerfreundlichkeit geeignet sind, qualitativ hochwertige Inhalte und auch hochspezialisierte Informationen zu finden. Dabei ist zu fragen, welche aktuellen und zukünftigen Entwicklungen für die Suchqualität von Bedeutung sind, wenn Suchmaschinen die entscheidende Schnittstelle zum unüberschaubaren Webangebots bilden. Dieser Aufsatz bemüht sich darum, zu den jeweiligen Forschungsgebieten und –fragen nicht nur die maßgeblichen Forschungsaufsätze zu zitieren, sondern auch Überblickswerke, die es der Leserin/dem Leser möglich machen sollen, sich schnell in ein Themengebiet von besonderem Interesse einzuarbeiten.